Klar

-2°C

München

Klar

Folge uns auf

Oktoberfest Fan Gemeinde

Oktoberfest Termine

Oktoberfest Nachrichten

 

Übersetzung


Oktoberfest damals bis heute

Die Tradition des Oktoberfests verdanken wir der bayerischen Monarchie. Geht doch der Ursprung für das größte Volksfest der Welt bereits auf das Jahr 1810 zurück, als Bayern noch ein Königreich war. Im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten anlässlich der Vermählung von Kronprinz Ludwig und seiner Prinzessin Therese veranstaltete man zur Freude und Erbauung der Bürger am 17.10.1810 ein illusteres Pferderennen auf einer großen Wiese außerhalb der Stadtmauern des damaligen Münchens.
Zu Ehren der Prinzessin erhielt das Gelände danach die Bezeichnung „Theresienwiese“. Wenn Münchner heute liebevoll von der „Wiesn“ sprechen, dann ist damit aber nicht das Areal vor der Schwanthaler Höhe gemeint, auf dem jährlich am vorletzten Samstag im September mit Böllerschüssen die fünfte Jahreszeit begrüßt wird. Mit „Wiesn“ meint der Bayer das Mega-Volksfest selbst, das jährlich rund 6 Mio. Gäste aus aller Welt anzieht und bei dem rein statistisch jeder Besucher einen Maßkrug leert. Der tatsächliche Pro-Kopf-Konsum ist natürlich deutlich höher, denn an den rund 65.000 Hektolitern Wiesnbier, die z.B. 2008 in den traditionell geschmückten Festzelten ausgeschenkt wurden, haben Kinder, Heranwachsende und Abstinenzler ja keinen Anteil, obwohl sie in der Besucherstatistik mitzählen. 268 Schausteller haben sich in diesem Jahr erfolgreich um die Zulassung zu dem traditionsreichen Volksfest bemüht. Vom Fünfer-Looping über Teufelsrad bis zum Illusions-Varieté Schichtl, in dem seit nunmehr 140 Jahren die Schichtl-Guillotine scheinbar Köpfe zum Rollen bringt, ist ein Heer an Schaustellern vertreten, die auf zwei milde Spätsommerwochen hoffen.

Im Vergleich dazu ging es vor fast 200 Jahren beim Ur-Oktoberfest anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten von Ludwig und Therese natürlich weit gemächlicher zu. Panem et circenses war auch zu jener Zeit das Instrument, mit der das Volk unterhalten werden wollte. Schnell war die jährliche Wiederholung des Pferderennens von 1810 beschlossene Sache und über die Jahre wurde die Volksbelustigung mit Karussells, Schaukeln und Verkaufsbuden noch interessanter inszeniert. Bereits 1811 wurde ein Landwirtschaftsfest angeschlossen, das als Leistungsschau der bayerischen Agrarwirtschaft auch die Bauern aus der Region nach München holte. Erst zum Ausklang des 19. Jahrhunderts etablierten sich große Bierhallen – die Vorläufer unserer heutigen Festzelte. Die Attraktionen der damaligen Zeit könnten den Vergleich mit den rasanten Fahrgeschäften, die heute für den Adrenalkick sorgen, aber nicht bestehen. Erwartungen und Ansprüche sind eben immer Ausdruck ihrer Zeit. Das Grundnahrungsmittel „panis“ wurde von reschen Riesenbrezen verdrängt, die in Begleitung eines Grillhendls für die geeignete Unterlage einer Maß Starkbier sorgen.  

Seit dem ersten Oktoberfest, das in deutlich bescheideneren Dimensionen stattgefunden hat, musste das traditionelle Volksfest in seiner knapp 200-jährigen Geschichte 23 Mal wegen Kriegszeiten und zweier verheerender Cholera-Epidemien ausgesetzt werden. Der Wittelsbacher Ludwig, nach 1825 König von Bayern und nicht nur ein großer Verehrer von Lola Montez sondern auch der Kunst der Antike gab in seiner Regierungszeit die monumentale Bronzestatue der Bavaria in Auftrag, die zusammen mit der kurz danach errichteten Ruhmeshalle den Festplatz für das Oktoberfest im Westen begrenzt.

Das zentrale Landwirtschaftsfest hat nach wie vor im Turnus von 4 Jahren seinen angestammten Platz auf dem Festplatz. Das Oktoberfest muss sich in diesen Jahren statt der üblichen 31 Hektar Fläche für Zelte, Schausteller und Budenzauber mit 5 Hektar weniger begnügen und dem Ansturm der Wiesnbesucher standhalten. Das traditionelle Pferderennen, mit dem sich das Münchner Volksfest etablierte, wurde 1938 aus organisatorischen Gründen aufgegeben.  

Geblieben ist der Brauch, sich beim Oktoberfestbesuch im Trachten-Outfit zu präsentieren: die Madln im figurbetonten Miederdirndl und die Burschen in einer zünftigen Hirschledernen und dem dazugehörigen Pfoad. Dass die historischen, traditionellen Alltagstrachten eher praktisch schlicht als prunkvoll waren und die Münchnerin zu Zeiten König Ludwig I. ihr Dekolleté noch nicht mittels Balkonette ins rechte Licht rückte und der Schwerkraft Paroli bot – was macht’s? Hübsch sind sie jedenfalls anzusehen, die Dearndl in ihren Dirndln.

(Der Eigentümer des Videos hat mit dem Einstellen auf Vimeo einer Einbettung auch auf externen Internetseiten zugestimmt. Wir stehen in keinem Zusammenhang mit dem Hersteller des Materials und distanzieren uns vom Inhalt.)

Bücherempfehlung

 

die häufigsten und beliebtesten Suchbegriffe